Das Ohr

Als Sinnesorgan übernimmt das Ohr wichtige Funktionen, welche die Kommunikation sowie das Raum- und Richtungsgefühl des Menschen ermöglichen. Unsere Ohren empfangen Geräusche, Töne und Klänge und leiten diese Informationen an unser Gehirn weiter. Durch sie sind wir in der Lage mit unserer Umwelt zu kommunizieren. Darüber hinaus spielt das Ohr für unseren Gleichgewichtssinn eine wichtige Rolle. Funktionsstörungen der Ohren können uns daher im alltäglichen Leben und insbesondere im sozialen Umgang erheblich einschränken.

Anatomie

Häufige Symptome

  • Schmerzen
  • Juckreiz
  • Ohrenlaufen
  • Hörminderung
  • Verstopfungsgefühl
  • Ohrgeräusche
  • Geräuschempfindlichkeit
  • Schwindel
  • Gleichgewichtstörungen

Krankheitsbilder

Akute Hörminderung

Eine plötzlich eintretende einseitige oder beidseitige Hörminderung führt zu einer erheblichen Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit und der räumlichen Orientierung. Das verunsichert betroffene Menschen und ist oftmals beängstigend.

Dabei ist die häufigste Ursache für eine akute Hörminderung die Verlegung des äußeren Gehörgangs durch Ohrenschmalz (Cerumen) oder in das Ohr geratene Fremdkörper. Auch wenn es sich hierbei um keine gefährliche Erkrankung handelt und gut behandelt werden kann, können die Auswirkungen belastend sein. Von einem Versuch den Gehörgang selbständig zu reinigen, muss wegen der fehlenden Sichtkontrolle und der Gefahr von Gehörgang-Verletzungen abgeraten werden. In unserer Praxis können wir der Ursache mithilfe eines Ohrenmikroskops auf den Grund gehen und das Problem in der Regel schnell beheben.

Eine weitere häufige Ursache für eine akute, zum Teil auch länger anhaltende Hörminderung, ist die sogenannte Tubenbelüftungsstörung. Zu den Symptomen gehören ein anhaltendes Druckgefühl, das sich auch durch die üblichen Befreiungsmanöver wie Gähnen oder Luftauspressen nicht beheben lässt, gedämpftes Hören, diverse Ohrengeräusche und manchmal auch Schmerzen. Die Tubenbelüftungsstörung entsteht durch eine Verengung des Kanals zwischen Nasenrachen und Mittelohr (Ohrtrompete oder Tuba auditiva). Ein banaler Infekt, allergische Beschwerden oder die bei Kindern sehr häufig vergrößerte Rachenmandel (umgangssprachlich auch „Polypen“ genannt) können die Gründe für die Verengung sein. Der dann fehlende Druckausgleich zwischen umgebender Atmosphäre und Mittelohr sorgt für die oben genannten Beschwerden. In einigen Fällen können akute oder chronische Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr entstehen, was wiederum gerade bei Kindern zu Mittelohrentzündungen und aufgrund der anhaltenden Hörminderung auch zu Sprachentwicklungsverzögerungen führen kann. Durch schmerzlose Funktionsprüfungen, Sichtkontrollen und Messungen der Hörleistung und des Mittelohrdruckes, sind wir in der Lage schnell eine Diagnose zu stellen und die entsprechende Behandlung einzuleiten.

Ein weiterer Grund für eine akute Schwerhörigkeit ist der Hörsturz – eine Diagnose, vor der sich viele Menschen besonders fürchten. Die meist einseitige Hörminderung geht häufig mit einem Ohrgeräusch (Tinnitus) einher. Bei einem Hörsturz handelt es sich immer um einen medizinischen Eilfall, nicht jedoch um einen Notfall. Die meisten akuten Hörstürze bilden sich in kurzer Zeit vollständig und folgenlos von allein wieder zurück. Dem Hörsturz liegt eine Störung im Innenohr zugrunde, die Ursache dieser Störung ist jedoch nicht abschließend bekannt. Durchblutungsstörungen oder Infektionen könnten die Auslöser sein. Im weitesten Sinne kann auch Stress hierfür verantwortlich sein, der zu Verspannungen und einer veränderten stofflichen Zusammensetzung im Blut führen kann. Neben der Hörminderung, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann, werden oft Druck- oder Völlegefühl und mitunter Missempfindungen der Ohrregion angegeben. Auch Schwindel ist manchmal damit vergesellschaftet. Eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte und die Erfassung von Begleiterkrankungen sind hier besonders wichtig. Durch eine genaue Untersuchung der Ohren sowie durch Hörtests können wir einen Hörsturz sicher bestätigen bzw. ausschließen.

Vom akuten Hörsturz abzugrenzen, sind akute Hörminderungen, die ihren Ursprung ebenfalls im Innenohr haben können, deren Ursache jedoch bekannt ist. Hierzu zählen die Lärmschädigung, das Knall- oder das Explosionstrauma. In allen Fällen liegt die Ursache im Einwirken lauter Geräusche auf ein Ohr bzw. beide Ohren. Bei der Lärmschädigung wirkt das zu laute Geräusch über Minuten oder Stunden, beim Explosions- und Knalltrauma nur für wenige Sekunden auf das Gehör ein. Das Explosionstrauma geht zudem mit einer Beschädigung des Trommelfells einher.

Chronische Schwerhörigkeit

Altersbedingte Abbauprozesse verursachen bei vielen Menschen eine langsam zunehmende Schwerhörigkeit, die zunächst vor allem hohe Töne betrifft. Dies wird von den Betroffenen oftmals nicht oder erst sehr spät bemerkt. Die Schwerhörigkeit wird häufig geleugnet oder heruntergespielt. Erst in Gesellschaft, später auch im Einzelgespräch, beim Fernsehen oder beim Telefonieren wird Sprache dann nicht mehr richtig gehört. Dies führt nicht selten zum Rückzug oder sogar zur sozialen Isolation der Betroffenen. Schon der Philosoph Immanuel Kant wusste: Nicht zu hören, trennt den Menschen vom Menschen. Eine chronische Schwerhörigkeit hat also weitreichende Folgen – sowohl für die betroffene Person als auch für deren Umfeld.

Faktoren, die eine Schwerhörigkeit zusätzlich begünstigen, können diverse Grunderkrankungen (z. B. Stoffwechselstörungen, Herz- und Kreislauferkrankungen) oder Nebenwirkungen von Medikamenten sein. Auch eine genetische Vorbelastung, häufige Mittelohrentzündungen oder stetiger Lärm können zu einer chronischen Schwerhörigkeit beitragen.

Gehörgangsentzündung (Otitis externa)

Typisch für eine Gehörgangsentzündung sind Ohrenschmerzen, ein Schwellgefühl, Hörminderung und Juckreiz. Auch ein stinkender Ohrenausfluss kann auftreten.
Eine Diagnose kann schnell durch das Einsehen des Gehörgangs gestellt werden. Entzündungshemmende und/oder antibiotische Salben oder Tropfen können Abhilfe leisten. Bei anhaltenden Beschwerden, die nicht auf die Therapie ansprechen, kann zusätzlich ein Abstrich durchgeführt werden, der die verantwortlichen Krankheitskeime identifiziert, was eine gezielte Therapie ermöglicht.

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Eine besondere Entzündung des Gehörganges ist die Mittelohrentzündung. Die Ursache liegt in einer aufsteigenden Infektion aus dem Nasen-Rachenraum über die Ohrtrompete. Da bei einem intakten Trommelfell der Mittelohrraum vom äußeren Ohr getrennt ist, können von außen eingebrachte Medikamente bei der Mittelohrentzündung ihren Wirkort nicht erreichen. Daher ist hierbei auf eine gute Belüftung und konsequente Schmerzbehandlung zu achten. Nur bei eindeutig eitriger Entzündung, Beschwerden an beiden Ohren oder bei Kindern vor dem zweiten Lebensjahr, muss im Einzelfall eine antibiotische Therapie in Tabletten- oder Saft-Form verabreicht werden.

Schwindel (Vertigo)/Gleichgewichtstörung

Schwindel ist eine Störung des Gleichgewichtssinns. Betroffene verlieren hierbei die Körpersicherheit im Raum und die Raumorientierung. Sie leiden unter einem Gefühl des Schwankens oder Drehens. Häufig treten weitere Störungen des Gleichgewichts auf, wie Fallneigung, Übelkeit, Erbrechen oder drohende Bewusstlosigkeit. Diese Beschwerden entstehen, weil die an das Gehirn übermittelten Informationen der verschiedenen Sinnesorgane nicht miteinander in Einklang zu bringen sind. Schwindel kann sowohl in Form von wiederkehrenden Anfällen als auch chronisch anhaltend auftreten. Der Leidensdruck der Betroffenen ist meistens hoch. Durch ihre Gangunsicherheit wirken sie wie betrunken und die Schwindelgefühle werden von Außenstehenden oft nicht ernst genommen. Die Patientinnen und Patienten sind zudem nicht fahrtauglich, weil jederzeit unvorhersehbar Schwindel auftreten kann! Eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte zu dem Auslöser, der Dauer und der Art des Schwindels ist oft schon richtungsweisend für die Ursachenfindung. Zur weiteren Klärung nutzen wir neben der gründlichen körperlichen Untersuchung und Gleichgewichtstests (z. B. Stand- und Gangsicherheit, Lagerungsprüfung) auch unsere technisch hochwertige Ausrüstung, um die Grundfunktion des Gleichgewichtorgans unter Ruhe- und Provokationsbedingungen zu überprüfen.

Für alle Symptome gilt:​

Für alle o. g. Symptome kommen im Einzelfall auch seltene andere oder tumoröse Erkrankungen in Frage. Durch unser sorgfältiges und gründliches Arbeiten helfen wir Ihnen, eine sichere Diagnose zu stellen und die entsprechende Therapie einzuleiten.

Diagnostik

Neben einer ausführlichen Erhebung der Krankengeschichte, bei der Beschwerdebeginn und -verlauf sowie vorhandene Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahmen erfasst werden, wird zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt. Ergänzend können apparative Messungen, wie z. B. Hörtests, zum Einsatz kommen.

Auf Basis der gestellten Diagnose wird ein Therapiekonzept erarbeitet und mit Ihnen erörtert. Wir greifen hierbei sowohl auf unsere langjährige Erfahrung als auch auf neugewonnene Erkenntnisse zurück. Auch technisch ist unsere Praxis hochmodern ausgestattet, was uns die Diagnosefindung erheblich erleichtert. Bei der Behandlung setzen wir nicht nur auf klassische schulmedizinische Methoden, sondern ziehen auch alternative Behandlungsansätze gleichwertig oder ergänzend in Betracht.

Der Hals

Der Hals verbindet den Kopf mit dem Körper und ist als Teil der Wirbelsäule verantwortlich für die Beweglichkeit des Kopfbereiches. In ihm befinden sich entscheidende Versorgungsstränge unseres Körpers, wie der Luft- und der Speiseweg. Er spielt zudem eine große Rolle für die verbale Kommunikation, übernimmt durch verschiedene Organe eine wichtige Immunfunktion und versorgt über Gefäß- und Nervenbahnen Kopf und Gehirn. Die Redewendung „Bleib mir vom Hals“ kommt nicht von ungefähr, denn dieses komplexe Gebilde ist relativ ungeschützt. Funktionsstörungen können daher je nach Ausmaß schnell eine lebensbedrohliche Situation darstellen.

Die Nase

Als Teil der oberen Atemwege übernimmt die Nase vor allem die Funktion eines Türstehers: Durch sie gelangt die eingeatmete Luft in unseren Körper und durch sie geht die verbrauchte Luft wieder hinaus. Dabei reinigt, befeuchtet und erwärmt die Nase unsere Atemluft und schützt uns vor Fremdkörpern und Krankheitskeimen. Zudem ist sie als Geruchsorgan auch für unseren Geschmackssinn von Bedeutung und spielt für unsere Sprachbildung eine wichtige Rolle.

Beschwerden im Zusammenhang mit der Nase sollte daher auf den Grund gegangen werden. Die häufigsten Symptome und Krankheitsbilder haben wir hier für Sie zusammengetragen.